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Far Niente 2016

Bericht von der Far Niente 2016 im Überlingersee.

Montag, 8. August
Zielhafen: Unteruhldingen

Ferienzeit – Far-Niente-Zeit. Alle Teilnehmer und die Crew mit dem Startschiff haben sich schon am Vorabend in KN-Staad eingefunden und ihre Freude über das Zusammentreffen und auf die kommende Woche gezeigt.

Heute soll´s dann offiziell losgehen mit der Flottenausfahrt. Zur Begrüßung durch Dieter Rinkenburger bekam jede Crew das Far-Niente-Glas 2016 und eine Flasche Weißwein mit besonders schönem Segler-Ettikett. Dann stellte Constanze, unsere beliebte und bewährte Wettfahrtleiterin, mit ihren Jungs ihre Pläne für die erste Wettfahrt vor.

Paul und Maria waren wieder mit ihrem Schiff „Chichester“ dabei und schenkten den selbstgemachten „Röteli“ und „Nocino“ aus. So gestärkt und motiviert konnten wir um 12.30 Uhr bei schönem Wind zwischen Fährlinie und Mainau starten. Wir rundete zunächst die Auslauftonne und dann beim Fließhorn das SZ 18, was beim diesjährigen hohen Wasserstand gefahrlos möglich war. Das Ziel erreichten wir östlich von Unteruhldingen beim SZ 26. Wir kamen ca. 14.30 Uhr als zweiter ins Ziel während Paul im Mauracher Loch festgehalten wurde, denn der Wind wurde löchrig und drehig (Überlinger See!!).

Gegen 16 Uhr lief die Flotte im Hafen Unteruhldingen ein und machten am Kopfsteg in Doppelpäckchen fest, alle fünf 30er. Das war ideal für so einen sonnigen Tag und so wurde „Chichester“ zum Partyschiff mit Bowle, Bier und Cockpitplausch. Bis zum gemeinsamen Abendessen im Mainaublick war noch genug Zeit zum Baden und Dösen. Die Hitze des Tages wurde nachts mit zwei durchziehenden Gewitterfronten quittiert, die jedoch keinen störten. Es war ein perfekter Far-Niente-Tag.

Michael und Jutta vom „Letzten Streich“


Dienstag, 9. August
2. Etappe: Uhldingen - Wallhausen

Nachdem nicht nur Michaela und ich am frühen Morgen von einem Gewittersturm mit entsprechendem Wellengang geweckt wurden, konnte uns Constanze gegen Mittag, bei einem immer mehr nachlassenden und dazu noch recht kühlen Wind aus Nordost, zur Startvorbereitung vor die beeindruckende Kulisse der Birnau schicken.

Auf den anderen 30ern waren die Crews wohl so beeindruckt von dieser Kulisse, dass sie alle viel zu weit Richtung barocke Klosterkirche segelten und so zu unserer Überraschung nur noch um einiges verspätet die Startlinie erreichen konnten. Doch leider hielt die Freude über diesen Fauxpas bei uns nicht lange an, da wir als einziges Boot zwar pünktlich an der Linie waren, aber im entscheidenden Moment unsere Genua klemmte und partout nicht aufgehen wollte. Als wir das Problem endlich behoben hatten, fuhren wir, zugegebener Weise nicht nur als Segler, sondern mittlerweile auch als Ehepaar ziemlich genervt, mittlerweile sogar als letztes Schiff um die Luv-Tonne in Richtung Fließhorn, wo wir als Nächstes das Seezeichen 18 runden sollten.

Doch nun hatten wir glücklicherweise den Wind auf unserer Seite und konnten so unter Spi fast das gesamte Feld von hinten aufrollen, sodass wir tatsächlich zu unserer eigenen Überraschung und vielleicht sogar zum kleinen Ärger unserer Gegner, als zweites Boot am Dingelsdorfer Ufer ankamen. Und sogar zur führenden „Letzter Streich“ war der zwischenzeitlich doch schon beachtliche Rückstand, auf nur noch wenige Bootslängen zusammengeschmolzen.

Doch wie das beim Segeln eben oft so ist: Direkt beim Seezeichen herrschte plötzlich totale Windstille, sodass wir Michael wieder hinterher schauen konnten, wie sie am Horizont immer kleiner wurden, und noch schlimmer, warten mussten, bis alle anderen auch wieder da waren. Entscheidend war dann letztendlich nur noch, wer von den hier gestrandeten Botten am besten wieder aus dem Flautenloch rauskommt. Nach Jutta und Michael, die den Lauf souverän mit ihrem „Letzten Streich“ gewannen, gelang dies Jochen und Ingrid auf ihrer „Kauri“, mit einem scheinbar nicht erwarteten und daher umso ausgiebiger gefeierten zweiten Platz, besonders gut. Aber auch auf der „Chichester“ sah man bei Paul und Maria sichtbare Freude nach ihrem dritten und somit erreichten Stockerlplatz.

Wir sorgten leider erst wieder im Wallhauser-Hafen für Aufregung, als festgestellt wurde, dass die Ursache für den „kleinen“ im Hafen umhertreibenden Ölteppich unsere „Farniente“ war. Doch zum Glück sprang uns gleich unser weithin bekannter und versierter Motorentüftler Michael zur Seite, lokalisierte zugleich den Schaden, ließ Severin mit dem Bunsenbrenner den Dichtungsring ausbrennen und sorgte dafür, dass unser Vergaser das Benzin nun wieder nur noch dorthin befördert, wo es auch hingehört. Vielen Dank dafür!

Doch am meisten freuen konnte sich an diesem Nachmittag ein kleiner, so um die 10 cm langer Wels, der sich als kleines Fischbaby wohl irgendwie in den Wasserbehälter unserer Motorkühlung verirrt hatte und dort nun über den Sommer zu einer für diese Umgebung doch beachtliche Größe herangewachsen ist. Endlich befreit, merkte man ihm direkt den Schreck an, als er bei seinen ersten Schwimmübungen im Bodensee feststellen konnte, dass es für ihn auf dieser Welt noch mehr gibt, als eine kleine mit Wasser gefüllte Wasserdose. Mach`s gut kleiner Freund und lass dich nicht gleich wieder erwischen!

Die heutige Farniente-Crew,
Michaela und Ralf


Mittwoch, 10. August
3. Etappe: Wallhausen - Überlingen

Es ist ein frischer Morgen - ungewohnt. Da ist ein Apéro nach der Steuermanns Besprechung gerade richtig - Röteli und Nocino.

Der angesagte Wind ist nicht der Rede wert, mit viel Mühe runden wir die Mess-Station am Teufelstisch, und danach hoch zu Pfahl 18. Das Ziel ist Überlingen Yachthafen. Tagessieger ist Dieter mit „Six Pack“.

Da auf dem Wasser keine große „Action“ war, dafür umso mehr im Hafen. Ein für uns reservierter Platz war von einem fremden 30er belegt, da keine Einsicht vom Eigner da war, mussten wir uns zu dritt in die Gasse legen, und das war bei starkem Ost-Wind keine leichte Sache. Dank den Helfern ist alles super gegangen. Diesen unbekannten 30er haben wir noch in Lindau und Bregenz gesehen, da aber das Schiff immer "vermummt" war, haben wir die Leute nie gesehen. Wissen jetzt aber, dass es wie vermutet Herr Gimmel Junior von Arbon ist.

Zurück zur Far Niente, der Abend war lustig im Ersten Stock Separée vom Gasthaus Krone, der Kellner hatte Spaß mit uns, und wir mit ihm. Später am Abend sind einige in's Nachtleben von Überlingen untergetaucht. Wir sind mit Jutta, Michael und Jochen (Ingrid musste nach Hause um am Donnerstag einen Zahnarzt-Termin war zu nehmen) auf's Schiff, und gemütlich ein gutes Glas Rotwein genossen von Jutta und Michael spendiert. Vielen Dank für die Bewirtung.

Wir möchten an dieser Stelle Bärbel und Dieter herzlich danken für die super Organisation. Danken möchten wir auch Constanze mit Adrian, Severin und Photograph Nico für die optimale Regattaleitung. Wir finden es einfach super dass Ihr Jungs das mit großer Leidenschaft mit macht.

Paul und ich sind dankbar dass wir wieder dabei sind. Wir freuen uns auf den Untersee.

Maria und Paul
„Chichester“


Donnerstag, 11. August
4. Etappe: Überlingen - Ludwigshafen

Der Tag begann schon gut mit Sonnenschein! Nachdem mir gestern der Wind doch ein Schnäppchen geschlagen hat, und aus der Kreuz ein Anlieger zur Auslaufboje wurde, war heute alles gut!

Von der Auslaufboje ging es dann weiter zur kleinen gelben Tonne vor dem Teufelstisch. Die Vorschoter und Vorschiffleute hatten alle Hände voll zu tun! Spi rauf, doch lieber wieder runter - der Wind ist zu spitz! Nee nun wird es wieder raumer, Spi wieder rauf, oder doch nicht?! Na gut dann noch mal runter! Nach dem der „Letzte Streich“ mit großem Vorsprung an der Tonne war, verdonnerte ein Windloch ihn auf die anderen zu warten und die Würfel konnten wieder neu gemischt werden! Doch auch dieses Würfelspiel entschied der „Letzte Streich“ für sich und konnte vor Ludwigshafen als erster die Ziellinie passieren.

Die anderen kamen dann auch schon in einem spannendend finish ins Ziel. Da wir Severin auf die „Kauri“ ausgeliehen haben, musste ich die fast hundert Meter Ankerleine für die Zielboje einholen! Junge, Junge das war ne zieherei!! Warum muss der Überlingersee auch immer so schnell tief werden!

Das feine Abendessen im „Zinnkrug“ zu Ludwigshafen haben wir uns alle gut schmecken lassen.

Constanze und die Startschiffcrew


Freitag, 12. August
5. Etappe: Ludwigshafen - Bodman

Wir vom Untersee haben´s doch wirklich schwer. Erst nehmen wir die Reise flussaufwärts in Kauf, wenn wir dann oben sind: „Aaah“ auch ganz schön hier. Wenn dann der letzte Tag der Far-Niente angebrochen ist, kommen auch wehmütige Gedanken auf. Die vergangenen Tage waren Genuss pur, noch nicht mal ein Streit.

Am Freitag dann, Ingrid beim Zahnarzt, stehen wir morgens auf dem Steg in Ludwigshafen. Bärbel hält Blumen für Constanzes „Kuki´s“ Geburtstag bereit, danach muss sich „Kuki“ das Defilee der Umarmungen gefallen lassen. Also beste Stimmung, unterstützt durch kleinen Umtrunk und natürlich ohne Pauls „Röteli“ geht’s einfach nicht. Dabei geht´s doch um die Strategie wie man den Überlinger See am besten überlisten könnte.

Unser Ziel heißt Bodman, aber rundet bitte erst mal diese Boje, die da irgendwo vor Wallhausen liegen soll. Wir kreuzen also gen Osten und tatsächlich taucht da was gelbliches auf, was wir eifrigst umfahren, auf in Richtung Ziel!! Hier bietet unser See alle Varianten von schwächelnden Winden auf, aber wir quälen uns mit allen Tricks gutgelaunt durch, bis zum nervenzerreißenden Zieleinlauf zwischen „Letzter Streich“ und „Kauri“, trotz Mithilfe von Severin an Bord war Nix mehr zu machen.

Am Steg war Ingrid dann mit Sekt bewaffnet zurück, Einlauftrunk, wohlwissend der Letzte dieser Art in diesem Jahr. Auf geht’s ins Fischerhaus, auch zu Fuß mit Seglerbeinen zu erreichen, liegt halt etwas im Osten von Bodman. Was wir da zu Essen geboten bekamen, war wohl rundum gut angekommen. Danach beim Zusammenrücken kam klar zum Ausdruck, dass wir mit „Kuki“ und Söhnen abermals nur Freude hatten, dass wir Bärbel und Dieter in Ihrem Amt nicht mehr loslassen wollen, dass Jutta und Michael abermals den tragbaren Leuchtturm mit nach Hause nehmen und dass sich die Bande der Far Niente in dieser Form und Zusammensetzung „irgendwie“ gefunden hat, ein weiterer Grund sich aufs nächste Mal zu freuen.

Ingrid und Jochen