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Rund Um 2016

Bericht des Dritten von der Langstreckenregatta Rund Um am 3. Juni 2016

Zu Dritt Ditter

Zugegeben: ich bin ein Fan von wirklich langen Langstreckenregatten, wie es die Rund Um nun eben mal ist. Auf Grund der eher etwas mäßigeren Windprognosen haben wir uns entschieden, nur mit 3er Besetzung zu segeln. Meine Frau Liane und mein Bruder Oliver waren mit von der Partie. Wir waren also sozusagen eine Familienbande, verbunden mit der Hoffnung, dass keine Zwistigkeit über ein eventuelles Aufgeben entstehen möge. Für mich war ganz klar: heuer wird die Regatta über das Schweizer Ufer gewonnen. Wenn überhaupt irgendwoher Wind kommt, dann zuerst von da. Beim Start sind wir wirklich sehr gut weggekommen und hatten immer freien Wind. Dass unsere Strategie falsch sein könnte, hätte mir eigentlich jetzt schon dämmern können, blies doch anstelle der angesagten Windstille tatsächlich ein schöner und kräftiger Südwind. Wir kamen zügig voran und erreichten Romanshorn zu gebotener Zeit. Rhamsin und Lexmi waren immer zu sehen, von den anderen 30er war leider keiner auszumachen. Nun ging es in dunkler Nacht weiter in Richtung Konstanz. Irgendwie haben wir komplett den Speed verloren, links und rechts sind uns die Boote nur so um die Ohren gefahren. Zur schlechten Sicht kam schlechte Stimmung und enormer Frust machte sich breit. Dazu kam strömender Regen, aber wenigstens hatten wir Wind. Ich machte ein kleines Frust-Nickerchen und wurde von meiner Mannschaft kurz vor der Boje Konstanz mitten im Gewühl von unsäglich vielen Booten geweckt. Augenscheinlich waren wir wieder zurück im Rennen. Wir vermeinten Lexi, Kialoa und Marama im Abstand von nur ganz wenigen Bootslängen auszumachen und freuten uns. Oliver meinte sogar, bekannte Stimmen erkennen zu können. Dass das alles nur eine Fatamorgana war, erfuhren wir erst im Ziel. Dabei sind die Kialoa, Marama und auch die Dorette erst gar nicht gestartet. Es ist schon unglaublich, was man sich in Stresssituationen so alles einreden kann und auch glauben kann. Jedenfalls waren hier so viele Schiffe, dass man tatsächlich locker von einem Deck auf das andere steigen hätte können. Wir hatten Vorfahrt. Die anderen Boote waren in dem Kunddelmuddel mit unserer Bootslänge total überfordert. So hatten wir am Bug und am Heck zur Sicherheit jeweils eine Person postiert. Das war wirklich notwendig und gut so. Wie durch ein Wunder sind wir schlussendlich gut von der Boje Eichhorn weggekommen und konnten relativ rasch in freien Wind segeln. So, und hier muss es passiert sein: wir haben uns dazu entschieden, nicht mit dem Spi zum deutschen Ufer zu fahren (wie es praktisch das gesamte Feld getan hat), sondern sind mit spitzerem Kurs in Richtung Seemitte und Schweiz unterwegs gewesen. Zum Teil hatten wir einen unglaublich tollen Speed im Boot. Doch dann war plötzlich Schluss. Wir sind viel zu lange in der Flaute gestanden, konnten aber in der Dunkelheit auch sonst niemanden mehr sehen. Es war so kalt, das unsere Zähne klapperten und wir am ganzen Leib zitterten. Als es hell wurde, hatten wir den Überblick über das Feld total verloren. Keine 30er vor uns, keine 30er hinter uns. Plötzlich einsetzender Süd hat uns dann doch noch mit 3 Bft zügig ins Ziel nach Lindau geschoben, wo wir dann endlich wieder Lexmi gesehen haben. Leider waren wir deutlich zurückgefallen und mussten uns bei einem Zieleinlauf um 6.38 Uhr mit dem 3. Platz begnügen. Es war eine windige, nasse und kalte Rund Um, die uns dennoch viel Spaß gemacht hat. Beim nächsten Mal sind wir sicher wieder mit dabei. Mehr Spaß machen würde es aber jedenfalls, wenn sich mehr 30er an der Startlinie einfänden.

AUT 123 Halebopp
Bertold Bischof

Gesamtergebnis pdf